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Freude

"Glaube ist Liebe, Frieden und Freude im Heiligen Geist. Er ist die fröhlichste und heiterste Sache der Welt. Er ist völlig unvereinbar mit Griesgrämigkeit, Missmut, Hartherzigkeit und allem, was nicht der Sanftmut, Güte und Freundlichkeit Jesu entspricht."

John Wesley (1703 - 1791)

Mit Begeisterung Theologie-Student!

Matthias Gertsch studiert seit Oktober 2014 an der Theologischen Hochschule Reutlingen. Zuvor hat er sein Praktikum auf dem Bezirk Thun-Heiligenschwendi absolviert. Jetzt, am Anfang des neuen Studienjahres, blickt er begeistert auf seine ersten zwei Semester zurück:

 

Nach dem Gemeindepraktikum in Thun kam ich ohne Erwartungen, dafür mit Befürchtungen, dass mir nun fünf trockene und lange Jahre im fernen Ausland bevorstehen. Nun ist ein Jahr ins Lande gezogen und ich habe noch kaum realisiert, dass ich nun tatsächlich Student bin. Nichts von Trocken oder Langweilig! Das Studentenleben macht mir grossen Spass. Da hätten wir zum einen unsere Wohngemeinschaft auf dem „HolyDeck“, wo wir regelmässig Spielabende halten oder uns bei einer Tasse Kaffee (oder Chai) unterhalten. Weiter bin ich Teil des witzigsten, kreativsten und gemeinschaftlichsten Semesters an der ganzen THR. Unvergessen bleibt unser Auftritt beim Abschlussabend, als wir die THR-Abgänger in einem Rapbattle noch einmal durch die Kirchengeschichte, vorbei an Grössen wie Martin Luther oder Papst Leo X geführt haben. Und zu guter Letzt bin ich auf weitere fussballverrückte Mitmenschen gestossen, so dass man mich in praktisch jeder vorlesungsfreien Minute auf dem Fussballfeld findet.

Ich könnte hier noch einige weitere Highlights aufzählen, ein Wochenende in der Backpackers-Villa in Interlaken, lange Pubabende, Ausflüge an den Badesee etc. Dies sind alles Dinge, die das Studentenleben versüssen, aber das Beste ist – ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen oder schreiben werde – das Theologiestudium selber. Ich empfinde es als ein unglaubliches Privileg, mich mit Gott, Glaube, der Bibel und Kirche zu beschäftigen als mein Mainbusiness zu bezeichnen. Noch selten verspürte ich eine solche Freude Neues zu lernen und mich selbständig tiefer in eine Materie zu vertiefen. Selbst Hebräisch zu lernen machte Spass und gestaltete sich äusserst erfolgreich, und das obwohl ich mich als „Fremdsprachenlegasteniker“ bezeichnen würde. Zurzeit schreibe ich gerade meine Exegese zu Jakobs Kampf am Jabbok (Genesis 32,23-32). Es gibt Tage, da ist auch das Schreiben und das gesamte Studium ein Kampf und Krampf, vieles mag noch im Dunkeln liegen. Doch ich darf immer wieder erleben, wie mir die Sonne aufs Neue aufgeht und dass ich Gottes Segen über meinem Tun und Arbeiten wahrnehmen darf.

Wie man meinen paar Zeilen sicherlich entnehmen konnte, gefällt es mir und ich bin super dankbar, für die Möglichkeit, hier in Reutlingen studieren zu dürfen. Durch diese positiven Erfahrungen hat sich für mich gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin und so freue ich mich nun auf vier weitere, spannende Jahre an der THR.

Liebe Grüsse

Matthias

 

Quelle: Matthias Gertsch / Markus Allenbach, 13.10.2015

 

 

 

Mein Studium an der Theologischen Hochschule Reutlingen

Emanuel Graf kommt aus der reformierten Landeskirche Schweiz und studierte vom Herbst 2011 bis Sommer 2015 an der Theologischen Hochschule Reutlingen. Im folgenden blickt er kurz auf die letzten Jahre zurück und legt dabei den Fokus auf das Studium als Reformierter unter Methodisten.

 

Als ich mich vor vier Jahren nach Reutlingen aufgemacht habe um mein Theologiestudium an der THR zu beginnen, bin ich nicht nur als Schweizer nach Deutschland aufgebrochen, sondern auch als reformierter Zürcher an eine methodistische Hochschule. Davor hatte ich noch nicht sehr viele Kontakte mit der EMK. Aus der regionalen Jugendarbeit, die im Zürcher Unterland glücklicherweise über Kirchengrenzen hinweg sehr gut funktioniert, hatte ich einige Bekannte und Freunde aus der EMK. Für uns war es allerdings nie wichtig, welche Kirche wir sonst besuchen, sondern haben unsere gemeinsamen Ziele verfolgt. So habe ich aber auch nicht viel über die EMK erfahren.

 

In Reutlingen angekommen habe ich dann sehr schnell bemerkt, dass die Unterschiede sowohl zu den Reutlinger Bevölkerung, wie auch zu den Methodisten nicht sehr gross sind. Dies hat sich zum Beispiel so gezeigt: In Vorlesungen habe ich einige Male den Satz gehört: „Gerade für uns Methodisten ist ........ sehr wichtig.“ Wobei für mich, was immer im konkreten Fall die Lücke ausfüllte, normalerweise bis zu diesem Zeitpunkt etwas grundlegend christliches war, das jetzt plötzlich methodistisch belegt wurde. Oder kurz gesagt ich habe ziemlich schnell gelernt, dass ich als Reformierter auch einen ziemlich guten Methodisten abgeben würde. Generell interessierte es wenig, aus welcher Kirche jemand kommt und bis auf wenige administrative Dinge wurde auch nie ein Unterschied gemacht. So konnten wir uns gemeinsam auf den Weg machen die Hindernisse, welche uns vom angestrebten Bachelorabschluss trennten, zu überwinden.

 

In dieser Zeit sind viele Bekanntschaften und Freundschaften mit Studierenden, Dozenten und Vertreter der EMK entstanden. Diese werden mich, auch wenn ich der reformierten Kirche treu geblieben bin, weiter mit der EMK verbinden.

 

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums an der THR im Juli, hat für mich vor einigen Tagen das Masterstudium an der Universität in Bern begonnen. Dort studiere ich mit dem Ziel nach dem Abschluss Pfarrer der reformierten Kirche zu werden.

 

 

Quelle: Emanuel Graf / Markus Allenbach, 21.09.2015

 

 

 

Abschlus des Studienjahres 2014/2015

Am 24. Juli 2015 fand die Abschlussfeier des Studienjahres 2014/2015 statt. Vier Personen schlossen den Masterstudiengang ab und wurden von der Hochschule verabschiedet. Den Bachelorstudiengang haben sieben Personen abgeschlossen. Davon verlassen drei die Theologische Hochschule, um einen neuen Weg einzuschlagen. Einer dieser Abgänger ist der Schweizer Emanuel Graf, welcher ab Herbst 2015 den Masterstudiengang der Universität Bern besuchen wird. In Kürze wird auf dieser Seite ein Beitrag zu seinem Studienabschluss erscheinen.

Damaris Raymann hat den Bachelor abgeschlossen und wird ab Herbst 2015 den Masterstudiengang der Theologischen Hochschule Reutlingen besuchen.

 

Auf der Webseite der Theologischen Hochschule Reutlingen ist ein ausführlicherer Beitrag zum Abschluss des Studienjahres 2014/2015 erschienen.

 

Quelle: Markus Allenbach, 16.09.2015.

Vorlesungsfreie Zeit - und nun?

Auch wenn das Semester mit den Prüfungen im Januar abgeschlossen ist, bleiben die Studenten nicht auf der faulen Haut sitzen. Es gilt nun angefangene Arbeiten abzuschliessen oder ein Praktikum zu absolvieren.


Die Studierenden im ersten Bachelor-Jahr absolvieren ein sechswöchiges Sozialpraktikum in einem von ihnen gewählten Bereich. Dazu findet im ersten Semester die Lehrveranstaltung „Diakonik“ statt, in welcher man sich mit „Diakonie als Thema der Theologie“ befasst. Während des Praktikums sollen die Studierenden einen Einblick „in verschiedene Praxisfelder inner- und ausserkirchlicher Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen“ erhalten. „Hierdurch wird eine theologische Reflexion angestoßen, die nach Auftrag, Möglichkeiten und Grenzen diakonischen Handelns fragt.“ (Quelle: Vorlesungsverzeichnis THR, WS14/15)

 

Matthias Gertsch hat sich entschieden, sein Sozialpraktikum im NetZ4 zu absolvieren. Bei der Frage, warum gerade dort, antwortet er: „Ich habe mich beim NetZ4 beworben, weil ich so einen Einblick in ganz unterschiedliche Fragestellungen und Probleme erhalte, welche mir bis anhin fremd waren, mir aber möglicherweise als Gemeindepfarrer wieder begegnen werden.“

 

Die Studierenden im zweiten Bachelor-Jahr sind für sechs Wochen im Gemeindepraktikum. Das Ziel ist, dass die Studenten einen Bezug herstellen können zwischen Theologiestudium und praktischem Gemeindedienst. Dabei soll das bisherige theologische Wissen gleich in die praktische Arbeit miteinfliessen und dabei auf die gründliche Beschäftigung mit der Praktischen Theologie vorbereiten. (Quelle: Vorlesungsverzeichnis THR, WS14/15)

 

ChaeBin Kim ist dazu in der EMK Frankfurt am Main Innenstadt. „Ich wollte miterleben, wie ein Bezirk inmitten einer Grossstadt präsent sein kann!“

Sarah Bach arbeitet für die Zeit des Gemeindepraktikums in der EMK Wien Fünfhaus, weil auch sie eine Grossstadt-Gemeinde kennenlernen wollte. „Ich habe die Gemeinde in Wien schon früher mal kennen gelernt, wobei sie sehr freundlich und aufgeschlossen waren und deshalb habe ich diese Gemeinde für mein Praktikum ausgewählt“.

Markus Allenbach absolviert das Gemeindepraktikum in der EMK Rüti-Wald-Hombrechtikon. „Auf diesem Bezirk kann ich gleich drei sehr verschiedene EMK Gemeinden und ihre Arbeit kennenlernen, was ich als sehr wertvoll erachte. Zudem ist mit Lukas Wyser ein Jugendpfarrer vor Ort und ich kann aktiv miterleben, wie dies die Jugendarbeit in einer Gemeinde positiv verändern kann.“

 

Aber auch die Studenten der anderen Semester haben noch einiges zu tun. So arbeitet zum Beispiel Damaris Raymann an ihrer Bachelorarbeit. Daniel Jaberg und Judith Trüssel schreiben an Arbeiten, welche als Prüfungsleistung zählen, und helfen zum Teil in einer Gemeinde mit. So wird beispielsweise Judith Trüssel am Sonntag, 22. Februar in der EMK Strengelbach den Gottesdienst gestalten.

 

Die Jugendpfarrer sind in dieser Zeit zu 100% in ihrer jeweiligen Gemeinde tätig oder sind nebenbei an den Vorbereitungen für grössere Anlässe wie das Camp IV in Lenzburg. Mehr zu der Arbeit eines Jugendpfarrers gibt es dann demnächst an dieser Stelle.

 

Quelle: Markus Allenbach, 17.02.2015.

3 Jahre Bachelor: Einige Licht- und andere Blicke

Vor 3 Jahren haben meine Frau Andrea und ich die schöne Schweiz verlassen um uns für 5 Jahre in dem uns unbekannten Universum Deutschland niederzulassen. Im Juli dieses Jahres habe ich meinen Bachelorabschluss an der Theologischen Hochschule Reutlingen gemacht. Es war eine sehr spannende, erfreuliche und auch anspruchsvolle Zeit. Vor allem wieder die Schulbank zu drücken, d.h. natürlich auch auf Prüfungen zu lernen war eine Herausforderung für mich. Es ist schon sehr lange her, dass ich das letzte Mal so richtig auf eine Prüfung lernen musste. Am meisten Respekt hatte ich jedoch vor den biblischen Sprachen griechisch und hebräisch. Obwohl ich doch einige Mühe bekundete gelangen mir die Prüfungen. Im Rückblick kann ich sagen, dass es sehr spannend war und immer noch ist, die Bibel in ihrem Urtext zu lesen und zu übersetzen. Auch war es für mich hilfreich, nicht alleine lernen zu müssen. Stets hatte ich jemanden, mit dem ich büffeln konnte. Auch die Dozierenden waren immer unterstützend und begleitend da. Sie können komplexe theologische Sachverhalte sehr gut verständlich rüberbringen. Das hat mir sehr geholfen, mir die Dinge auch einzuprägen. Schön finde ich, dass auch das geistliche Leben seinen Platz hat. Ob am Mittwochsgottesdienst am Mittag, an den Morgenandachten oder auch einmal an spontan einberufenen Gebets- und Lobpreisabenden, der gelebte Glaube ist sehr wichtig. Auch finde ich es unentbehrlich, nicht nur wissenschaftlich theoretisch zu theologisieren, sondern auch im Glauben Gemeinschaft zu feiern.
Natürlich gab es auch schwierige Zeiten in meinem Studium. Vor allem als einer meiner Mitstudenten meines Semesters im Oktober 2012 verstarb. Das hat mich und meine Frau sehr mitgenommen, denn mit ihm hatten wir ein sehr herzliches und persönliches Verhältnis. Und manchmal kommt natürlich auch Heimweh auf. Wir vermissen unsere Freunde und Familien in der Schweiz. Hier haben wir noch wenige enge Kontakte knüpfen können. Doch welche wir haben, sind umso herzlicher. Wir freuen uns über die Spielabende, die wir ab und zu bei uns machen. Und die spontanen Begegnungen und Gespräche in der Bibliothek und auf dem Campus lockern den Alltag des Lernens und Lesens auf.
Meine Frau Andrea arbeitet hier in Reutlingen an einer Grundschule als Schulsozialarbeiterin. Der Job ist sehr streng, doch die Arbeit gefällt ihr sehr gut. Als Abwechslung gibt sie zusätzlich noch Englischunterricht an der Volkshochschule. Hier kann sie ihre Sprachgewandtheit sehr gut weitergeben. Und natürlich dürfen wir unseren 4beiner Aragos nicht vergessen. Unser Hund macht uns mehrheitlich sehr grosse Freude und er bewirkt, dass wir uns in die Natur hinaus zu schönen und erholsamen Spaziergängen begeben.
So sind wir freudig gespannt, was mich und meine Frau in den  nächsten 2 Jahren hier in Reutlingen alles erwartet.

In diesem Sinne

Herzliche Grüsse

Daniel und Andrea

Aus dem Studienleben

Die Studierenden an der Theologischen Hochschule Reutlingen erleben vieles während ihrem Studium. Hier möchten sie euch teilhaben lassen an dem was sie erfahren, lernen und erleben.

United Methodist Church